Der Burgwall und Kultplatz von Lossow
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Der Burgwall von Lossow unweit von Frankfurt (Oder) gilt als eines der herausragendsten Bodendenkmale Brandenburgs. Zunächst als befestigte Siedlung in der Bronzezeit (12. Jh. v. Chr.) errichtet, liegt die Wallanlage auf einer natürlichen Hochfläche auf der westlichen Seite des Oderlaufs und zeichnet sich durch seine äußerst prägnante Lage aus. So ist der Burgwall im Osten durch einen ca. 30 m hohen Steilabfall („Steile Wand“) bzw. im Süden durch ein ca. 100 m breites Erosionstal natürlich geschützt. Lediglich der Norden und Westen der Siedlung wurde durch eine noch heute bis zu 6 m hohe, halbkreisförmig verlaufende Wallaufschüttung künstlich gesichert. Bereits in frühen Zeiten erkannte man diese besonders attraktiven naturräumlichen Gegebenheiten. Nicht nur die strategisch günstige Lage am Oderlauf, sondern auch die damit verbundene verkehrstechnische Kontrolle des Wasserweges und Handelsverkehrs werden als begünstigende Standortfaktoren ausschlaggebend für die Wahl des Platzes gewesen sein. Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass dieses Potenzial bewusst genutzt wurde und sich hier in der spätbronzezeitlichen Kulturlandschaft ein wirtschaftliches Zentrum mit Zentralortcharakter entwickelte. In der frühen Eisenzeit erhielt der Zentralort eine neue funktionale Gewichtung. An gleicher Stelle etablierte sich nun ein sakrales Zentrum, in dem Kult- und Opferhandlungen abgehalten wurden (8.-6. Jh. v. Chr.). Dies belegen Befunde von 60 lokalisierten Opferschächten, die bis in 8 m Tiefe reichten. In diesen röhrenförmigen Schachtanlagen wurden menschliche und tierische Skelette bzw. zerstückelte Skelettreste gefunden, die nahe legen, dass hier rituelle Opferungen stattfanden. Nach einer Hochrechung werden über 200 Schachtanlagen vermutet. |



